Archiv für die Kategorie ‘2. Drehvorgehen’

Zahnräder einspannen

Freitag, 19. März 2010

Problemstellung: Zahnräder, insbesondere Kettenräder, werden meistens mit der kleinstmöglichen Bohrung für die Welle angeliefert. Sie müssen auf den benötigten Durchmesser aufgebohrt bzw. ausgedreht werden. Auch bei Reparaturarbeiten ist oft eine Nachbearbeitung nötig. – Häufig gestaltet sich das Einspannen aber schwierig, da nicht alle Kettenräder eine Schulter besitzen, sondern bloss als flache Scheibe mit Verzahnung ausgeführt sind.

Lösung: Wenn die Zähnezahl durch drei teilbar ist, können in die entsprechenden Zahnlücken drei Wellenstücke eingelegt werden. Das Zahnrad wird darauf ins Dreibackenfutter eingespannt. Da die Spannkraft direkt auf die Zahnflanken wirkt, ist auch der Rundlauf der Einspannung meist sehr gut.

Beachte: Verfügt das Zahnrad nicht über eine durch drei teilbare Teilung, muss mit der Planscheibe gearbeitet werden.

Zentrierbohrerspitze ausbohren

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Der Zentrierbohrer ist stumpf, das Material ist zäh und schon bestätigt ein Knacken und Knirschen, dass die Spitze abgebrochen ist. Oft ist aber kein Hartmetall-Werkzeug zur Hand, mit welchem die Spitze ausgebohrt werden könnte.

Lösung: Mit dem Rest des Zentrierbohrers kann prima ein Ausbohrwerkzeug erstellt werden. Dazu wird die eine Hälfte des Zentrierbohrers, inklusive des Durchmessers der ehemaligen Spitze, in einer Stufe ausgeschliffen. Es muss beachtet werden, dass die verbleibende Kante eine noch funktionstüchtige Schneide darstellt und die Schleiffläche leicht freigeschliffen ist.

zentrierbohrer-geschliffen

Nun kann mit dem entstandenen Stichel neben der steckengebliebenen Bohrerspitze eingestochen werden, bis der Zapfen mitsamt der Spitze herausgebrochen ist.

Dabei entsteht zwar ein relativ grosses Loch. Je nach Werkstück wird danach ausgedreht. Manchmal kann das Loch weiter so belassen werden, da die Funktionalität weiterhin gegeben ist.

Das Werkzeug kann selbstverständlich mehrmals gebraucht werden.

Sitz herstellen ohne Digitalanzeige

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Wie stellt man auf einer Werkzeugmaschine (Fräse oder Drehbank) ein genaues Bauteil her, wenn die geforderte Genauigkeit die Teilung des Nonius übersteigt?

Lösung: Am Schlitten der Werkzeugmaschine wird eine Messuhr angebracht.

Beachte: Der Wert der Messuhr kann jedoch nur als Vergleichswert betrachtet werden. Der Messwert kann von der tatsächlichen Schlittenbewegung abweichen. Zudem muss beachtet werden, dass die Messuhr einen beschränkten Messbereich aufweist. Somit kann bei angestellter Messuhr der Schlitten nur noch minimal verfahren werden.

Vibrationen

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Auf älteren Drehbänken kommt es aufgrund des Spindelspiels oft zu heftigen Vibrationen. Aber auch bei dünnen oder langen Werkstücken und beim Abstechen können Schwingungen auftreten.

Lösung: Um die Reparatur der Spindel oder das Umspannen noch etwas hinauszuzögern, kann einfach der Drehstahl auf den Kopf gestellt werden. Dadurch wirken die Kräfte anders auf die Führungen und die Spindel. Es kann stabiler gedreht werden. Zudem bleiben die Späne nicht auf dem Drehstahl liegen und fallen wie beim CNC-Drehbank direkt in die Spanwanne.

Sitz drehen mit grobem Nonius oder die 3°-Methode

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Steht für einen Sitz weder eine Digitalanzeige noch eine Messuhr zur Verfügung, muss auf einen alten Trick zurückgegriffen werden.

Lösung: Der Oberschlitten wird um 3° schräg gestellt.

Wird nun der Oberschlitten in Längsrichtung verstellt, findet ebenfalls eine Bewegung in Querrichtung statt. Die Querverstellung ist jedoch viel kleiner und kann so für die Feineinstellung verwendet werden.

Das Verhältnis von Längs- zur Querrichtung beträgt im Radius 1:20 und im Durchmesser 1:10. Wird also der Oberschlitten um 1 mm verschoben, so verschiebt sich Stahl 0.05 mm im Radius und das Werkstück wird um 0.1 mm dünner.

Beachte: Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass der Anschlag des Bettschlittens nicht mehr benutzt werden kann, da sich bei jeder Zustellung die Längsposition des Drehstahls ebenfalls ändert. Am einfachsten wird am Ende des Sitzes ein Freistich gemacht oder das Werkstücken zwischen den Spitzen gespannt.

Herleitung des Verhältnis: Der Sinus von 3° beträgt 0.05233 (Verhältnis 1:20 im Radius)

0.05233 * 2 = 0.10467 (Verhältnis 1:10 für den Durchmesser)