Archiv für die Kategorie ‘3. Drehen’

Messen mit Mikrometer

Mittwoch, 09. Juni 2010

Problemstellung: Zum Messen mit dem Mikrometer wird oft ein Werkstückhalter, ein Messwerkzeughalter oder mindestens ein Tisch benötigt. Aber rasch im Stehen etwas messen, gestaltet sich schwierig.

Lösung: Man nimmt den Mikrometer in die rechte Hand und hält die Messschraube mit Daumen und Zeigefinger. Die Messzange kommt somit unterhalb des kleinen Fingers in der Handfläche zu liegen und die Anzeige/Skala ist gut ablesbar. Mit der linken Hand wird nun das Werkstück zwischen die Messflächen gehalten und mit der rechten Hand die Messung vorgenommen. Der Vorgang benötigt etwas Übung und grosse Hände.

Beachte: Es können nur Werkstücke mit einem einhändig tragbarem Gewicht vermessen werden. Zudem benötigen Linkshändler einen entsprechenden Linkshänder-Mikrometer, da sonst die Anzeige/Skala nicht abgelesen werden kann.

Zahnräder einspannen

Freitag, 19. März 2010

Problemstellung: Zahnräder, insbesondere Kettenräder, werden meistens mit der kleinstmöglichen Bohrung für die Welle angeliefert. Sie müssen auf den benötigten Durchmesser aufgebohrt bzw. ausgedreht werden. Auch bei Reparaturarbeiten ist oft eine Nachbearbeitung nötig. – Häufig gestaltet sich das Einspannen aber schwierig, da nicht alle Kettenräder eine Schulter besitzen, sondern bloss als flache Scheibe mit Verzahnung ausgeführt sind.

Lösung: Wenn die Zähnezahl durch drei teilbar ist, können in die entsprechenden Zahnlücken drei Wellenstücke eingelegt werden. Das Zahnrad wird darauf ins Dreibackenfutter eingespannt. Da die Spannkraft direkt auf die Zahnflanken wirkt, ist auch der Rundlauf der Einspannung meist sehr gut.

Beachte: Verfügt das Zahnrad nicht über eine durch drei teilbare Teilung, muss mit der Planscheibe gearbeitet werden.

Zentrierbohrerspitze ausbohren

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Der Zentrierbohrer ist stumpf, das Material ist zäh und schon bestätigt ein Knacken und Knirschen, dass die Spitze abgebrochen ist. Oft ist aber kein Hartmetall-Werkzeug zur Hand, mit welchem die Spitze ausgebohrt werden könnte.

Lösung: Mit dem Rest des Zentrierbohrers kann prima ein Ausbohrwerkzeug erstellt werden. Dazu wird die eine Hälfte des Zentrierbohrers, inklusive des Durchmessers der ehemaligen Spitze, in einer Stufe ausgeschliffen. Es muss beachtet werden, dass die verbleibende Kante eine noch funktionstüchtige Schneide darstellt und die Schleiffläche leicht freigeschliffen ist.

zentrierbohrer-geschliffen

Nun kann mit dem entstandenen Stichel neben der steckengebliebenen Bohrerspitze eingestochen werden, bis der Zapfen mitsamt der Spitze herausgebrochen ist.

Dabei entsteht zwar ein relativ grosses Loch. Je nach Werkstück wird danach ausgedreht. Manchmal kann das Loch weiter so belassen werden, da die Funktionalität weiterhin gegeben ist.

Das Werkzeug kann selbstverständlich mehrmals gebraucht werden.

Sitz herstellen ohne Digitalanzeige

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Wie stellt man auf einer Werkzeugmaschine (Fräse oder Drehbank) ein genaues Bauteil her, wenn die geforderte Genauigkeit die Teilung des Nonius übersteigt?

Lösung: Am Schlitten der Werkzeugmaschine wird eine Messuhr angebracht.

Beachte: Der Wert der Messuhr kann jedoch nur als Vergleichswert betrachtet werden. Der Messwert kann von der tatsächlichen Schlittenbewegung abweichen. Zudem muss beachtet werden, dass die Messuhr einen beschränkten Messbereich aufweist. Somit kann bei angestellter Messuhr der Schlitten nur noch minimal verfahren werden.

Vibrationen

Donnerstag, 30. April 2009

Problemstellung: Auf älteren Drehbänken kommt es aufgrund des Spindelspiels oft zu heftigen Vibrationen. Aber auch bei dünnen oder langen Werkstücken und beim Abstechen können Schwingungen auftreten.

Lösung: Um die Reparatur der Spindel oder das Umspannen noch etwas hinauszuzögern, kann einfach der Drehstahl auf den Kopf gestellt werden. Dadurch wirken die Kräfte anders auf die Führungen und die Spindel. Es kann stabiler gedreht werden. Zudem bleiben die Späne nicht auf dem Drehstahl liegen und fallen wie beim CNC-Drehbank direkt in die Spanwanne.